Endavour

OV-105

fertiggestellt am: 25. April 1991

Jungfernflug am: 7. Mai 1992
 

Als im Oktober 1985 die Raumfähre Atlantis in Dienst gestellt wurde, war die Viererflotte der NASA endlich vollständig. Doch schon gut drei Monate später ging die Challenger kurz nach dem Start zu ihrem zehnten Flug in Flammen auf. Mit nur drei weiterhin einsatzfähigen Orbitern konnte man bei der NASA jedoch nicht hoffen, das für die kommenden Jahre geplante Startprogramm einzuhalten. Aus diesem Grund gab der Kongreß im August 1987 grünes Licht für den Bau eines neuen Orbiters als Ersatz für die Challenger. Von der NASA wurde ein Namenswettbewerb ausgeschrieben, bei dem Schülergruppen aus den ganzen USA aufgefordert wurden, im Rahmen eines Klassenprojekts zum Thema Raumfahrt einen Namen für die neue Raumfähre vorzuschlagen. Insgesamt nahmen 71.652 Schüler an dem Programm teil, und im Mai 1989 konnte Präsident George Bush den Namen verkünden, auf den die Wahl fiel: Endeavour. Vorgeschlagen hatten diesen Namen gleich zwei Gruppen, die eine von der Senatobia Middle School in Mississippi, die andere von der Tallulah Falls School in Georgia. Endeavour hieß das erste von James Cook kommandierte Schiff, das im August 1768 vom Stapel lief. Cook fuhr auf der Endeavour in den Südpazifik nach Tahiti, um den Durchgang der Venus vor der Sonnenscheibe zu beobachten. Auf derselben Fahrt entdeckte er Neuseeland, kartografierte die neue Insel, ließ die Ostküste Australiens vermessen und fand einen Weg durch das Große Barriereriff. Die neue Raumfähre Endeavour wurde am 7. Mai 1991 an das Kennedy-Space-Center geliefert.


Auf den Tag genau ein Jahr darauf startete sie mit einer siebenköpfigen Besatzung und einer anspruchsvollen Nutzlast an Bord zu ihrem ersten Flug (STS-49). Nicht weniger als drei Weltraumausstiege (EVA) an aufeinanderfolgen Tagen waren geplant - etwas Derartiges war seit der Mondlandung von Apollo-17 im Dezember 1972 nicht mehr versucht worden. Beim ersten Ausstieg sollten die Astronauten einen Nachrichtensatelliten der Serie Intelsat VI einfangen, reparieren und wieder aussetzen. Dieser Satellit hatte aufgrund eines Fehlers seiner Titan-Trägerrakete im März 1990 nur eine niedrige Umlaufbahn erreicht. Mit den beiden anderen EVA sollten Montagetechniken für den Bau der geplanten Raumstation ISS erprobt werden. Im Laufe der Mission STS-49 mußten die Astronauten vom Plan abweichen und führten mehr Tätigkeiten im Weltraum durch als je zuvor: drei EVA zum Einfangen des Satelliten und (nur) eine zum Üben der Montagetechniken. Das Einfangen des Intelsat gelang erst im dritten Anlauf - und dann auch nur mit der "unfachmännischen" Methode, daß drei Astronauten in der Nutzlastbucht standen und mit der Hand nach dem Satelliten griffen. Nach Anbringen eines neuen Raketenantriebs wurde Intelsat wieder ausgesetzt und anschließend auf seine vorgesehene geostationäre Umlaufbahn in 35.900 km Höhe geschossen.


Die Rettungsaktion im Weltraum dauerte knapp achteinhalb Stunden und übertraf damit den bisherigen, 1972 von den Astronauten der Apollo-17 aufgestellten EVA-Rekord. Die vierte EVA war weniger erfolgreich, da sich die Montagetechniken als unerwartet schwierig erwiesen. Aufgrund der Verzögerungen bei der Instelsat-Rettung wurde der Flug der Endeavour kurzfristig um zwei Tage verlängert. Zum Abschluß eines fast fehlerfreien Fluges gelang eine Bilderbuchlandung auf der Edward Air Force Base in Kalifornien. Beim Aufsetzen auf der Landebahn wurde dabei erstmals ein Bremsfallschirm zur Verkürzung des Bremswegs eingesetzt. In der Folge wurden auch die übrigen Orbiter mit Bremsfallschirmen ausgestattet. Unter den Höhepunkten der folgenden Endeavour-Einsätzen findet man das Einfangen des Eureca-Satelliten (STS-57), die geniale Reparatur des Weltraumteleskops Hubble (STS-61) und einen rekordbrechenden Weltraumaufenthalt von 6 Tagen und 15 Stunden (STS-67). Im Dezember 1998 brachte die Raumfähre Endeavour während der Mission STS-88 das erste amerikanische Modul der neuen internationalen Raumstation, "Unity", ins All" .
 

 

 

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