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Discovery

OV-103
fertiggestellt am: 16. Oktober 1983
Jungfernflug am: 30. August 1984
"Der dritte in Betrieb genommene Orbiter (OV-103) wurde
nach zwei bekannten Segelschiffen auf den Namen Discovery getauft. Mit der
ersten Discovery segelte Henry Hudson 1610/11 auf der Suche nach einer
Nordwestpassage zwischen dem Atlantik und dem Pazifik und entdeckte dabei
die heutige Hudson Bay. Ebenfalls mit einem Schiff namens Discovery
entdeckte James Cook 1778 eine Inselgruppe im Pazifik, die er Sandwich
Islands nannte - das heutige Hawaii. Die Raumfähre Discovery wurde im
November 1983 an das Kennedy Space Center geliefert und hatte am 30. August
des folgenden Jahres mit der Mission STS-41-D ihren ersten Einsatz. Bei
dieser Gelegenheit wurden drei Satelliten ausgesetzt, und Judith Resnik flog
als zweite Amerikanerin in den Weltraum. Bei der zweiten Discovery-Mission
(STS-51-A) gelang es den Astronauten Joseph Allen und Dale Gardner in einem
aufwendigen EVA-Manöver, die beiden defekten Nachrichtensatelliten Westar VI
und Palapa B2 einzufangen. Auf dem vierten Flug (STS-51-D) gelang es Jeffrey
Hofman und David Griggs trotz eines kurzfristig durchgeführten Ausstiegs im
Weltraum nicht, den direkt nach dem Start ausgefallenen
Nachrichtensatelliten Leasat 3 wieder in Gang zu setzen. Die
Satellitenreparatur gelang erst den Astronauten William Fisher und James van
Hoften bei der sechsten Discovery-Mission (STS-51-I) im August/September
1985. Wegen der Einstellung aller bemannten Shuttle-Flüge im Anschluß an das
Challenger-Unglück wurde die Discovery die nächsten drei Jahre nicht
benutzt. Das Ende dieser Zwangspause kam am 29. September 1988 mit der
Mission STS-26, bei der die Discovery die durch die Challenger-Katastrophe
entstandenen Sicherheitsbedenken entkräften konnte.
Äußerlich
unterschied sich der auf der Startplattform nicht sonderlich von den
früheren Space-Shuttles. Dieser Schein trog jedoch: In der Folge des
Challenger-Unglücks waren an den Systemen des Space-Shuttle über 400 größere
und kleinere Änderungen vorgenommen worden. Allein an den beiden
Feststoff-Startraketen (SRB) hatte man 150 Einzelheiten geändert, um eine
Wiederholung der Störung, die die Explosion der Challenger verursacht hatte,
auszuschließen. Auch die Leitungen des Außentanks und der Haupttriebwerke
waren neu konstruiert worden. Am Orbiter Discovery selbst jedoch waren die
umfangreichsten Änderungen vorgenommen worden - insgesamt 220. Der
Hitzeschild wurde an einigen Stellen verstärkt und der Orbiter mit
verbesserten Bremsen, Reifen und Lenksystemen ausgestattet. Die Besatzung
trug nun neuentwickelte, orangefarbene Druckanzüge mit eigenem
Sauerstoffbehälter, Fallschirm und Rettungsschlauchboot. Außerdem wurde der
Orbiter mit einem neuen Notrettungssystem für einen Flugabbruch in der
Gleitflugphase ausgestattet: An einer teleskopartig ausfahrbaren Stange
können sich die Astronauten nun im Notfall herabgleiten lassen und vor dem
Öffnen ihrer Fallschirme einen sicheren Abstand vom Orbiter gewinnen.
Die am
29. September 1988 endlich wieder gestartete Discovery absolvierte einen
Flug wie aus dem Lehrbuch. Als der Orbiter am 7. Oktober in der Edwards Air
Force Base landete, bemerkte die Bodenkontrolle in Houston höchst
zutreffend: "Ein großartiges Ende eines Neuanfangs!" Seitdem steht die
Discovery wieder regelmäßig im Dienst der Weltraumforschung: Mit ihrer Hilfe
gestartet wurden das Hubble-Weltraumteleskop (STS-31) zur Beobachtung weit
entfernter Himmelskörper, die Raumsonde Ulysses (STS-41) zur Untersuchung
der Polarregionen der Sonne und der Forschungssatellit für die oberen
Schichten der Erdatmosphäre UARS (STS-48), der insbesondere den Abbau der
Ozonschicht mißt. Mit ATLAS (STS-56) wurde noch ein weiteres
Erdatmosphären-Labor befördert. Weitere Höhepunkte in der Erfolgsstory der
Discovery sind die erste Nachtlandung auf dem Kennedy Spaceport (STS-51),
der erste Shuttleflug mit einem russischen Mannschaftsmitglied, nämlich
Sergeij Kirkalew (STS-60) und das erste Shuttle-Rendevouz mit der
Raumstation Mir (STS-63).
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