Die Katastrophe, die das Leben auf der Erdemöglich machte.

Der Geburtshelfer des Mondes ist der Riesen-Asteoried >>Theia<<. Nach seinem Zusammenstoss mit der Erde vergingen nur 24 Stunden bis aus den Crash-Trümmern unser Erdtrabant entstand.

Vor rund vier Milliarden Jahren - die Erde hatte gerade einen schweren Kern aus Eisen und eine leichte Hülle aus Silikaten gebildet - schrammte ein marsgroßer Himmelkörper namens >>Thea<< die Erde seitlich und brachte sie zum Platzen. Der Großteil hielt zwar, aber die Hinausgeschleuderten Gesteinsbrocken formten zusammen mit dem zerbröselten >>Impaktor<< Theia eine art Ring um die junge Erde. Die sah dadurch aus wie heute der Saturn - aber nur wenige Tage lang. In kürzester Zeit, bereits 24 Stunden haben sich die Gesteinstrümmer wieder zusammengefunden und einen neuen Himmelskörper geformt : Luna, unser Mond.
So etwa stellen sich die Wissenschaftler heute die Entstehung unseres kosmischen Begleiters vor. Denn nachdem die Apollo-Astronauten und die Luna-Sonden der Sowjets insgesamt 382 Kilogramm Gestein vom Mond mitgebracht haben, steht fest: Das Material ähnelt in seiner Beschaffenheit sehr stark dem auf der erde. Also muss es einen gemeinsamen Ursprung geben. Unklar ist, warum wir heute keine Reste des Zusammenpralls feststellen können. Denn die Gesteinsmassen der Erde müssten bei dieser Katastrophe wieder völlig durchgeschmolzen sein und sich vermischt haben. Doch davon ist nichts zu bemerken.

Seit der Mond die Achse seiner "Mutter Erde stabilisiert, torkelt sie nicht mehr durchs Weltall:

Die Voraussetzung für höheres Leben.
Anfang der 90er Jahre haben sich einige Fachleute mit der Frage beschäftigt, wie es auf der Erde aussähe, gäbe es keinen Mond. Ergebnis aller Studien: Dann gäbe es auch kein Leben. Der Astronom Jacques Lasker vom Bureau de Longitudes in Paris erkannte durch Computersimulation, dass die Schwerkraft des Mondes unseren Globus stabilisiert - ohne sie würde die Erdachse alle paar Millionen Jahre um bis zu 85 Grad kippen. Unter klimatischen derart extremen Bedingungen könnte sich kein höheres Leben bilden. Der Astronom Jack Wisdom vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) kam zu ähnlichen Ergebnissen bei der Untersuchung des Mars-Klimas.

Der Astronaut Nail F.. Comis beschreibt in seinem Buch "Was wäre die Erde ohne Mond (New York 1993 Haper Collins Verlag) ebenfalls weitreichende Folgen. So gäbe es nur die von der Schwerkraft der Sonne ausgelösten "kleinen Gezeiten", die viel schwächer sind als die Mond-Gezeiten. Durch die geringe Bewegung des Wassers würden die Ozeane weniger mineralische Nährstoffe aufnehmen - schlecht für die Fische; es gäbe keine großen Überflutungsgebiete an den Küsten - schlecht für alles Lebewesen in diesem Raum, z.B. Krabben.

Ohne Mond hätten auch die Menschen Probleme:
Sie könnten nachts nichts sehen, und einen Kalender hätten sie wohl auch nicht entwickelt - der basiert ja gerade auf dem Mond. Außerdem würde alles viel schneller ablaufen, denn die Gravitation des Mondes hat den Umlauf der Erde um die eigene Achse abgebremst: Ohne den Trabanten hätte unser Tag sechs Stunden, und alles Leben wäre viel hektischer.
Vielleicht ahnten unsere Vorfahren, wie wichtig das nächtliche Gestirn für unser Leben ist. Sie entwickelten zahlreiche Mythen, in denen der Mond eine wesentlich größere Bedeutung hat als in unserer Kultur - und zwar als Lebenspender!

Der Mond ist nicht so "tot", wie wir glaubten: Jüngst entdeckte man sogar Wasser auf ihm - und Gase, die Seltsame Lichter erzeugen.
Aber ist der Mond wirklich tot? Seltsame Erscheinungen auf seiner Oberfläche haben Laien wie Fachleute seit je fasziniert. So beobachteten am 18. Juni 1178 fünf Männer in Caterbury (England), dass die Mondsichel "wie Feuer" leuchtete und funkelte: "Sie spuckte Funken." Der Mönch Gervase hat diese Beobachtung aufgezeichnet, deshalb wissen wir von ihr. Die Vermutung, es handle sich dabei um einen gewaltigen Meteroriteneinschlag, der den Mondkrater "Giradano Bruno" erzeugten, erwies sich nach neuen Berechnungen als falsch. Denn ein so gewaltiger Einschlag hätte sich auch auf der Erde als wochenlanger Meteoritenschauer bemerkbar gemacht - und davon ist in zeitgenössischen Chroniken nichts überliefert. Aber was dann?

Der berühmte deutsch-englische Astronom William Herschel erblickte am 19. und 20. April 1787 zwischen Neumond und Halbmond auf der dunklen Seite des Trabanten rote Punkte in einem Krater und deutete diese als Vulkanausbrüche. Drei Jahre später bemerkte er sogar mehr als 150 runde rote Punkte, die leuchteten. 1822 entdeckten zwei englische Amateurastronomen Lichtpunkte im Krater des Aristarchus - bis heute das Zentrum dieser Erscheinungen. Außerdem wurden rote und violette Dunstschleier gesichtet, schwarz wabernde Wolken und immer wieder Leuchtpunkte wie Blitze oder Fackeln. Derartige Beobachtungen wiederholten sich immer wieder lösten jedoch keine Massenphänomene aus wie später die Fliegende Untertassen oder das posthume Auftauchen von Elvis Presley.

Im Jahre 1965 versuchte der tschechische Astronom Zdenek Kopal, den Erscheinungen auf den Grund zu gehen. Er sammelte die Berichte und fotografierte den Mond durch Farbfilter (Grün, Rot, Infrarot) Ergebnis seiner Recherchen: Manch Gegenden des Mondes sind zu bestimmten Zeiten bedeutend heller als sonst, besonders in der Nähe des Kraters Keppler Die Erscheinungen dauern ungefähr eine halbe stunde und wiederholen sich oft mehrer Stunden später.

Seit die Apollo-Astronauten auch den Ausbruch radioaktiver Gase (Radon) in der Nähe des Kraters Aristarchus und am Rand einiger kreisförmiger Tiefebenen registriert haben, bezweifeln nur noch einige erzkonservativen Astronomie-Fachblätter die Existenz dieser TLP´s("Transient Lunar Phenomena" = vorübergehende Erscheinungen auf dem Mond) Aber was steckt dahinter?
Manchmal brechen auf dem Mond ganze Kraterwände zusammen - auch in diesem Fall ruft Staub Lichterscheinungen hervor. Am häufigsten werden solche Vorgänge im Krater Aristarchus beobachtet, und zwar meist dann, wenn der Mond unserem Globus am nächsten steht und damit der Druck der Erdgravitationskräfte auf dem Trabanten am größten ist. Der Mond wird dadurch sozusagen durchknetet, und dabei zerfällt starres, brüchiges Gestein. Auch Amateure mit einem guten Teleskop und sehr guten Kenntnissen der lunaren Topographie können Derartiges beobachten.
Eine weiter erstaunliche Entdeckung zeigt, dass der Mond zumindest eine Substanz enthält, die für die Aufrechterhaltung von Leben absolut notwendig ist, nämlich Wasser
Die Sonde "Clementine" (1994) und "Lunar Prospectoor" (1999) entdeckten am Südpol des Mondes, in einer Kratermulde von zwölf Kilometern Tiefe, ganz gewöhnliches Eis, also gefrorenes Wasser, stark vermischt mit Staub und Gestein. Das Eis stammt möglicherweise von einem eingeschlagenen Kometen; es kann sich nur in Mondgegenden halten, wo die Sonnenstrahlen keinen Zutritt haben, also am Grund von hohen Kratern in den Nähen der Mondpole. Das ist zwar bedeutend weniger als die Wassermenge in einem großen See wie dem Bodensee oder dem Züricher See - aber genug für eine erste Phase der Besiedlung des Erdtrabenten durch eventuell künftige Astronauten.
So entpuppt sich der Mond als immer mehr als unerwartet "lebendig"

Der Mond in Zahlen
Unser Trabant rast mir rund einem Kilometer pro Sekunde um die Erde. Für einen Umlauf braucht er 27 1/4 oder 29 1/4 Tage, je nachdem, wie wir messen. Bei der "siderischen" Messung (lat.sudus = Gestirn; siderisch = auf Sterne bezogen) kommt man zur ersten Zahl: Sie bezeichnet die Zeit, die der Mond benötigt, um zweimal hintereinander an einem beliebigen Stern "vorbeizufliegen". Beider "synodischen" Messung (griesch.synodos = gemeinsam reisen) ergibt sich die Zweite Zahl: Sie bezeichnet die Zeit zwischen gleichen Mondphasen, z. B. von Neumond zu Neumond. Der Durchmesser des Trabanten beträgt weniger als 1/3 Erddurchmessers, und seine Entfernung von uns derzeit rund 380 000 km - er vergrößert sich um 3 cm pro Jahr. Die sich addierendeweise Anziehungskräfte von Erde und Mond, die bei großer Nähe zweier Himmelskörper als "Gezeitenkräfte" bezeichnet werden, haben den Mond dazu gebracht, dass er der Erde immer die gleiche Seite zuwendet. (Ähnliches ist beim Planeten Merkur zu beobachten: Auch er zeigt der Sonne immer die gleiche Seite).
Weil der Mond keine Atmosphäre besitzt, herrschen auf ihm extreme Temperaturen: Auf der Sonnenseite steigt das Thermometer auf 130 Grad Celsius, währen es auf der kalten Seite bis auf minus 173 Grad Celsius absinkt. Doch ganz tief drin könnte der Mond einen heißen Kern besitzen wie die Erde; man schätzt dessen Temperatur auf 1600 Grad Celsius. Flüssiges Gestein in der Tiefe ist also möglich.

Die fehlende Mond-Atmosphäre hat seine Erforschung erleichtert: Selbst mit bloßem Auge sind helle und dunkle Gebiete zu erkennen. Die dunklen Tiefebenen dachte man sich früher als Meere, daher die Bezeichnung"Mare". Sie entstanden, wie wir heute annehmen, durch große Meteoriteneinschläge, wobei sich die Einschlagsbecken gleich mit Magma füllten. Die hellen Gebiete mit der Bezeichnung "Terra" liegen höher und sind älter, so alt wie der Mond insgesamt. Sie enthalten viele Krater, die nicht von Vulkanen stammen, sondern von Meteoriteneinschlägen.
 

 

 

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